Zimt
Cinnamomum

Zimt

Eine Prise Zimt ist wie ein Hauch des Orients. Der Duft aus 1.001 Nacht inspiriert aber nicht nur die Sinne, sondern auch die herzhafte und süße Küche.

  1. Aroma & Veredelung von Zimt
  2. Verwendung von Zimt
  3. Herkunft & Historie von Zimt

Aroma & Veredelung von Zimt

Ein wohlig warmer Duft umgibt die beiden Arten Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt. Der milde Ceylon-Zimt duftet dabei etwas dezenter und begeistert mit einem süßlich würzigen Bouquet. Sanfte Anklänge an Gewürznelke und Piment runden seinen Geschmack ab. Der Cassia-Zimt sticht durch ein wesentlich kräftigeres Aroma hervor: fein herb und fast schon pfeffrig kommt sein Auftritt daher.

Die unterschiedlichen Geschmacksprofile spiegeln sich auch in der Botanik wider. Beide Zimtbäume stammen aus der Familie der Lorbeergewächse und besitzen zwar ähnliches Blattwerk, jedoch unterschiedliche Bauminnenrinden, aus denen der Zimt gewonnen wird. Die Rinde des Cassia-Zimtbaumes wächst dicker als die feine, poröse Rinde des Ceylon-Zimts.

Für die Ernte werden die dünnen Zweige der Zimtbäume geerntet und von der äußeren Rinde befreit. Im nächsten Schritt muss die innere Rinde vorsichtig abgeschält werden – sie ist das eigentliche Gewürz. Die Rinde trocknet unter freiem Himmel, zuerst im Schatten und später in der Sonne, um sie zu bleichen. Durch das Trocknen entsteht auch die typische Form der Zimtstangen: die Rinde rollt sich ein. Beim Ceylon-Zimt geschieht dies von beiden Seiten, beim Cassia-Zimt interessanterweise nur einseitig. Nach dem Trocknen werden die Rollen nach Farbe und Stärke sortiert.

Verwendung von Zimt

Milchreis mit Zimt und Zucker, Grießpudding, süße Pfannkuchen und Crêpes – so schmeckte das köstlich pudrige Pulver in unserer Kindheit. Von zuckrigen Backwaren und Desserts bis hin zu pikanten Gerichten reicht die Bandbreite des beliebten Gewürzes. Besonders im marokkanischen Raum wird Zimt als aromatische Zugabe von Fleischgerichten wie der traditionellen Tajines mit Lamm und Trockenfrüchten geschätzt. Mit seiner ganzen Rinde lassen sich Tee, Punsch, Kompotte, Konfitüren oder Rotkohl aromatisieren. Das Pulver hingegen findet sich in vielen Rezepten für Zimtcreme, Joghurt, Polenta und zahlreiche Kuchenkreationen. Sein wärmendes Aroma kommt aber auch im indischen Chai oder würzigem Zimt-Ingwer-Tee zum Vorschein.

Herkunft & Historie von Zimt

Die Nutzung von Zimt als Gewürz reicht bis 3.000 v. Chr. zurück – der tropische Baum ist damit eines der ältesten Gewürze der Welt. Die Rinde der Zimtkassie im Süden Chinas oder des Ceylon-Zimtbaums aus Sri Lanka wird bereits seit Jahrtausenden gehandelt: Zur Zeit Davids und Salomons um 1.600 v. Chr. war er in Judäa nicht nur als Gewürz, sondern auch als wertvolles Räucherwerk für diverse Kulthandlungen bekannt. Schon früh erwähnt wird Zimt außerdem in der Bibel, wo Moses das Gewürz auf Geheiß Gottes zur Herstellung eines Salbungsöls verwenden sollte. Hippokrates, der berühmte Arzt der römischen Antike, rühmte die medizinische Wirkung des Zimts. Kaiser Vespasian weihte den Göttern vergoldete Zimtkränze – kurzum: Zimt spielt als Gewürz, Arznei, Parfüm und als Räucherwerk seit jeher eine große Rolle.

Die Handelsroute des begehrten Gewürzes verlief über das Rote Meer nach Alexandria. In der ägyptischen Metropole erzählten die Händler abenteuerliche Geschichten und verschleierten die Herkunft des Zimts, um ihr Geschäft nicht zu gefährden: So wurden Zimtpflanzen mal aus den Nestern der „Zimtvögel“ entwendet oder angeblich mit großen Netzen aus der Quelle des Nils gefischt.

Im 9. Jahrhundert gelangte der Zimt dann nach Mitteleuropa – und blieb dort lange Zeit nur den Reichen vorbehalten. Die Anekdote über den Augsburger Kaufmann Anton Fugger, der die Schuldscheine von Kaiser Karl V. vor dessen Augen in einem Feuer aus kostbaren Zimtstangen verbrannt haben soll, um seinen Reichtum zu demonstrieren, steht symbolisch für den Wert des Gewürzes. Es folgten zahlreiche Konflikte rund um die Zimtkolonie Ceylon. Und erst als die Engländer 1853 den hohen Ausfuhrzoll kippten, um gegenüber den neuen, indonesischen Zimtplantagen der Holländer wettbewerbsfähig zu bleiben, wurde Zimt für breite Schichten der Bevölkerung erschwinglich. Dem Siegeszug seines facettenreichen Aromas in die süße Küche, aber auch in herzhaften Speisen und natürlich im Glühwein, stand also nichts mehr im Weg.

So kommt das aromatische Gewürz am besten zur Geltung:
  • Ganze Zimtstangen lassen sich gut in Stücke brechen und mitkochen. Diese sollten anschließend vor dem Servieren entnommen werden.
  • Pulverisierter Zimt sollte erst zum Ende der Garzeit zugefügt werden, da sich sonst eine leichte Bitternote bilden kann.
Zimt eignet sich wunderbar zum Würzen von Heißgetränken. In Chai Tees und Apfelpunsch ist das Gewürz als beliebte Zutat bekannt, doch auch im schwarzen Kaffee schmeckt eine Prise davon ausgezeichnet.