Thymian
Thymus vulgaris L.

Thymian

Thymian trägt seine Wirkung bereits im Namen, denn thymos ist der griechische Begriff für Kraft und Mut. Für seine kräftigende Wirkung wurde er bereits in der Antike hochgeschätzt – lange bevor sein würziges Aroma für die heimische Küche entdeckt wurde.

  1. Aroma & Veredelung von Thymian
  2. Verwendung von Thymian
  3. Herkunft & Historie von Thymian

Aroma & Veredelung von Thymian

Thymian zeichnet sich durch einen stark würzigen Duft aus. Er besitzt ein aromatisches, leicht herbes Bouquet, das von einer milden, pfeffrigen Schärfe abgerundet wird. Am besten gedeiht die Pflanze in sonnigen Gebieten, denn die Sonnenstrahlen wirken sich positiv auf die Produktion der ätherischen Öle im Thymian aus.

Seinen Ursprung hat das relativ anspruchslose Kraut in den westlichen Mittelmeerländern. Mittlerweile gehört es aber sogar bei uns zu den häufig auftretenden Wildpflanzen. Besonders hochwertiger Thymian kommt aus der Gegend rund um das thüringische Aschersleben. Hier wird das Würzkraut im Sommer geerntet und anschließend frisch angeboten oder sorgsam getrocknet und weiterveredelt. Die getrockneten Kräuter kommen gerebelt und fein gemahlen in den Handel.

Verwendung von Thymian

Thymian ist ein hervorragender aromatischer Begleiter von Braten aller Art. Ob zartes Lamm, exklusive Pastete, irischer Stew, arabisches Schisch-Kebab oder herzhaftes Wild- und Geflügelragout – Thymian rundet Fleischgeschmack auf besonders harmonische Art ab. Aber das Würzkraut ist auch unverzichtbar bei Pilz- und Tomatengerichten, Schmorgurken, Gemüsesuppen, Pizza, Kartoffel- und Nudelgerichten aller Art. Salzigen Quarkspeisen und Kräutersaucen schenkt er eine leicht pfeffrige Note. Und auch Schalentiere, wie frische Muscheln, entwickeln mit Thymian einen besonders würzigen Sud. Selbst Kräuteressige und -öle lassen sich mit dem einzigartigen Gewürz einfach selber herstellen.

Zusätzlich zu seinem kulinarischen Können besitzt Thymian aber auch pflanzliche Heilkräfte, die ihre Wirkung beispielsweise in Tees entfalten: Mit heißem Wasser aufgegossen löst sich Thymol, eines der ätherischen Öle des Krauts.

Herkunft & Historie von Thymian

Die Anfänge des Thymiangebrauchs ragen weit in die Zeit zurück: Schon die alten Ägypter nutzten die Wildpflanze, um vor dem Einbalsamieren ihrer Toten das Harz mit dem wohlriechenden und gleichzeitig antiseptischen Kraut zu parfümieren. In der Antike entdeckten dann Griechen und Römer die stärkende Kraft der Heilpflanze. So wurde Thymian als Räucherkraut eingesetzt, das den Geist anregen sollte – und auch Krieger stärkten sich vor großen Schlachten auf Anordnung ihrer Feldherren mit Thymianbädern.

Die Benediktinermönche brachten schließlich das Kraut in die Klostergärten Mitteleuropas, wo es aufgrund seiner antiseptischen Wirkung als wirksames Mittel gegen Erkältung und Husten bewundert wurde. Hildegard von Bingen empfahl, Feldthymian, auch Quendel genannt, mitzukochen, um die Haut von innen zu reinigen und zu stärken.

Neben dem Feldthymian und dem echten Thymian gibt es noch über 210 weitere Arten, wie zum Beispiel den Zitronenthymian, der vor allem auf der iberischen Halbinsel wächst. In den spanischen Naturparks und auf der griechischen Insel Kreta hat der wild wachsende Thymian noch eine ganz besondere Rolle: Die Pflanze ist beliebtes Bienenfutter und damit wichtig für die dortige Honigproduktion. Der tiefgoldene Thymianhonig gilt als absolute Delikatesse und ist weit über die Grenzen seiner Herkunft bekannt.

Genießertipp:
  • Thymian verträgt sich geschmacklich besonders gut mit Lorbeer, Muskat, Rosmarin und Salbei.
  • Er sollte vorsichtig dosiert werden, denn getrockneter Thymian verfügt über eine höhere Würzkraft als das frische Kraut.
  • Damit sich seine Aromastoffe voll entfalten können, sollte getrockneter Thymian schon während des Kochens hinzugefügt werden.
Unser Tipp:

Thymian eignet sich hervorragend, um Getränke mit einer ganz besonders würzigen Note zu veredeln. Zusammen mit Ingwer und Zuckersirup lässt sich zum Beispiel eine exklusive selbstgemachte Kräuterlimonade herstellen. Dazu sollte das Kraut zuvor etwas mit dem Nudelholz „gequetscht“ werden, damit die Aromastoffe leichter auf die Flüssigkeit übergehen können.