Piment
Pimenta dioica

Piment

„Allgewürz“ oder „Vielgewürz“ wird das aus den Beeren des Pimentbaums gewonnene Gewürz auch genannt. Zu Recht: Feinschmecker erkennen einen ganzen Strauß von Aromen beim Genießen von Piment.

  1. Aroma & Veredelung von Piment
  2. Verwendung von Piment
  3. Herkunft und Historie von Piment

Aroma & Veredelung von Piment

Piment schmeckt süßlich-herb mit leicht brennender Schärfe und erinnert gleichzeitig an das Aroma von Gewürznelken und Muskatnuss. Außerdem lässt Piment im Zusammenspiel mit seinem warm-würzigen Duft geschmacklich Noten von Pfeffer und Zimt erkennen. Ein weiteres Déjà-vu: Ebenso wie die Gewürznelke hinterlässt Piment ein leichtes Taubheitsgefühl auf der Zunge.

Für die Gewinnung des Piment-Gewürzes werden die Früchte des immergrünen Nelkenpfefferbaums in unreifem Zustand per Hand gepflückt – denn dann haben die Inhaltsstoffe die intensivste Würze. Die wichtigsten Geschmacksträger des leicht scharfen Piments sind ätherische Öle. Den größten Anteil unter diesen hat das Öl Eugenol, welches auch bei der Gewürznelke, Zimt und Muskatnuss ein wichtiger Aromaträger ist.

Der Pimentbaum mit seinen ledrigen Laubblättern wird etwa sechs bis dreizehn Meter hoch und trägt erst im siebten Jahr Früchte. Nach der Ernte werden die Beeren bis zu zehn Tage in der Sonne getrocknet – dabei nehmen sie dann ihre rotbraune Färbung an. Hauptanbaugebiete sind vor allem Jamaika, aber auch Mexiko, Honduras, Barbados, Brasilien oder Guatemala.

Das intensivste Aroma hat der sogenannte Jamaikapiment, auch echter Piment genannt. Dieser hat einen sehr viel höheren Anteil an ätherischen Ölen als der Piment aus anderen Anbaugebieten.
Piment gemahlen und ganz

Verwendung von Piment

Piment kann als ganze Beere oder in gemahlener Form verwendet werden. Das Bouquet ist in gemahlener Form deutlich intensiver. Die ganzen Beeren eignen sich für eine längere Kochzeit. Bei der Verwendung von zerstoßenem oder gemahlenem Piment sollte zuerst vorsichtig gewürzt und lieber im Nachgang noch verfeinert werden.

Besonders beliebt ist Piment in Deutschland bei der Wurstherstellung – es findet seinen Weg aber auch in viele andere deftige Gerichte und süße Bäckereien der weihnachtlichen Küche.

Herkunft & Historie von Piment

Zu der Zeit, in der Christoph Kolumbus mit seinen Seefahrern ferne Welten entdeckte, war Pfeffer ähnlich wertvoll wie Gold. Deshalb war die Freude groß, als er auf den Antillen Piment entdeckte, welchen er aufgrund seiner Ähnlichkeit für den kostbaren Pfeffer hielt. Ein Irrtum, wie sich erst später herausstellen sollte.
Es dauerte noch bis in das 17. Jahrhundert hinein, bis Piment ein gängiges Gewürz auf dem europäischen Festland wurde. Das Gewürz erinnert jedoch noch heute an den Irrtum bei seines Entdeckung: Piment stammt vom spanischen Wort für Pfeffer: pimienta.

Schon gewusst?

Piment wird, ebenfalls wegen Christoph Kolumbus, als Neugewürz bezeichnet, da er es aus Amerika – der Neuen Welt – mitbrachte.

So kommt das Aroma von Piment besonders gut zur Geltung

  • Gemahlener Piment sollte entweder schnell verbraucht oder kühl, trocken, dunkel und vor allem luftdicht aufbewahrt werden, da sein Aroma schnell verfliegt.
  • Das Aroma von Piment passt hervorragend zu deftigen, winterlichen Gerichten mit Wild und Lamm, aber auch zu traditionellem Gebäck wie Lebkuchen. Auch Apfel-, Grapefruit-, Orangen- oder Pflaumenkompott oder exotischen und orientalischen Gerichten verleiht Piment das gewisse Gourmet-Extra.
  • Piment harmoniert mit allen Gewürzen, die ein ähnliches Aroma haben: beispielsweise mit Gewürznelken, Zimt, Pfeffer, Ingwer oder Lorbeer.
  • Zudem passt Piment zu Fenchel, Basilikum und Salbei.