Oregano
Origanum vulgare

Oregano

Oregano trägt viele Namen, wie Wilder Majoran, Echter Dost oder aber auch Wolgemut. Wer das kräftige Würzkraut aber wie im Volksmund nur als Pizzagewürz bezeichnet, tut ihm Unrecht, denn Oregano ist ein vielseitiger Aromakünstler.

  1. Aroma & Veredelung von Oregano
  2. Verwendung von Oregano
  3. Herkunft & Historie von Oregano

Aroma & Veredelung von Oregano

Das intensive blumig-frische Bouquet des Oregano fällt besonders durch sein kräftiges Aroma sowie seine leicht pfeffrige und feine Bitternote auf. Er wird auch als Wilder Majoran bezeichnet, was auf einige Geschmacksparallelen zurückzuführen ist. Die beiden Würzkräuter gehören zur gleichen Gattung Dost. Im Gegensatz zum Majoran fehlt dem Oregano allerdings die süßlich-herbe Note im Abklang.

Die Ernte des Oregano findet während der Blütezeit in den Sommermonaten statt. Dafür werden die Triebspitzen, die Laubblätter, Blüten und oberen Stängelteile der Staudenpflanze geschnitten. Nach einer schonenden Trocknung werden die zu dicken Stielteile aussortiert, denn nur die feinen Spitzen werden später gerebelt oder gemahlen.

Verwendung von Oregano

Pizza Margherita, gefüllte Cannelloni, Pastasaucen aller Art – überall dort, wo Oregano auf Tomaten trifft, entfaltet er seine Würzkraft auf herrlich aromatische Weise. Aber auch Marinaden, wie zum Beispiel für die griechischen Souvlaki-Spieße, bekommen durch die kräftige, erdige Note des Krauts einen unverwechselbaren Geschmack.

Oregano lässt sich auch frisch verarbeiten. Seine ätherischen Öle kommen jedoch in den getrockneten Kräutern konzentrierter vor. Hier reichen schon kleine Mengen aus, um Suppen, Salate, Antipasti, Fisch und Muscheln, Fleisch und Gemüse- oder Reisgerichte zu aromatisieren. Sein würziger Charakter findet sich auch in Gewürzmischungen wie den „Kräutern der Provence“ wieder und wird in Restaurantküchen als das Aroma des Südens geschätzt.

Herkunft & Historie von Oregano

Die Bergwelt der Mittelmeerländer ist die ursprüngliche Heimat des Oreganos. Hierzulande blieb es jedoch lange Zeit ruhig um die unauffällige Pflanze. Erst in den Aufzeichnungen des Mittelalters tauchten die Kräuter wieder auf. Unter dem volkstümlichen Namen Dost wurde das wohlriechende Kraut zur Sicherheit vor bösen Geistern eingesetzt. Ein Büschel aus Dost und Baldrian im Viehstall galt zudem als Schutz der Tiere vor dunklen Mächten. Gleiches galt für Bräute, die einen Dostzweig im Schuh oder als Brautstrauß mit sich trugen.

Fast wäre der Oregano in kulinarische Vergessenheit geraten, wenn nicht die neapolitanischen Pizzabäcker ihr Lieblingsgericht mit dem herrlich würzigen Kraut im 19. Jahrhundert über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hätten. Mit dem weltweiten Siegeszug der Pizza fand auch der Oregano immer mehr Verbreitung. Heute ist er aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken und gilt als das populärste mediterrane Gewürz.

Flavour-Pairing:
Ein toller Würzpartner ist Oregano für Basilikum, Bohnenkraut, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Lorbeer, Muskatnuss, Rosmarin, Salbei, Sternanis und Thymian.

So kommt der Lippenblütler besonders gut zur Geltung:

  • Oregano ist wärmebeständig und sollte mindestens 15 Minuten mitkochen oder garen, damit sich sein Geschmack voll entfaltet.
  • Getrocknete Oregano-Blätter besitzen ein stärkeres Aroma als die frischen Kräuter und können daher sparsamer dosiert werden.

Gemeinsam mit Rosmarin, Fenchelfrüchten, Basilikum, Salbei und Thymian wird Oregano oft als die berühmte Gewürzmischung „Kräuter der Provence“ angeboten.

Unser Tipp:
Oregano-Öl lässt sich ganz einfach selber herstellen. Es schmeckt hervorragend als Basis für Dressings und Marinaden. Dazu hochwertiges Pflanzenöl in ein geeignetes Gefäß füllen, den getrockneten Oregano hinzugeben und an einem dunklen Ort vier Wochen ziehen lassen.

Food-Pairing:
Wer Bohnengerichte liebt, kann diese, wenn kein Bohnenkraut zur Hand ist, auch wunderbar mit Oregano würzen.