Syzygium aromaticum

Nelken

Die Gewürznelken, auch Nelken genannt, gehören zur Familie der Myrtengewächse. Die würzigen Blütenknospen stammen von dem mehr als zehn Meter hohen Nelkenbaum und haben nichts mit den Nelken zu tun, die für Farbtupfer in Blumensträußen sorgen. Die Gartenblume wurde deshalb Nelke genannt, weil sie einen ähnlichen Duft verströmt wie die Blüten des Gewürznelkenbaums.

  1. Aroma und Veredelung von Nelken
  2. Verwendung von Nelken
  3. Herkunft und Historie von Nelken

Aroma und Veredelung von Nelken

Gewürznelken haben ein sehr intensives Aroma und einen starken Duft. Dies liegt vor allem daran, dass der Anteil des enthaltenen ätherischen Öls hoch ist (zwischen 15 und 20 Prozent). Ätherische Öle sind große Geschmacksträger – im ätherischen Öl der Gewürznelke ist vor allem Eugenol enthalten, welches beispielsweise auch in Cassia-Zimt vorkommt und für die Herstellung des naturidentischen Aromastoffes Vanillin verwendet wird.

 

Der versehentliche Biss auf eine Gewürznelke hinterlässt gleich mehrfach Eindruck. Einerseits hat das Eugenol eine leicht betäubende Wirkung, weshalb Gewürznelken früher oft bei Zahnschmerzen eingesetzt wurden. Und dann gibt es da noch den brennenden bis scharfen und leicht süßlichen Geschmack.

Die grün-gelblichen Knospen werden geerntet, solange sie noch geschlossen sind. Sie werden von Hand gepflückt, mit Ruten heruntergeklopft oder mit Haken in ganzen Büscheln vom Baum gezogen. Stiele und Blätter werden ebenfalls per Hand (oder auch maschinell) entfernt. Im Anschluss werden die Nelken entweder über Feuer oder in der Sonne getrocknet. So bekommen sie ihre typische bräunliche Färbung.

Warum heißen Nelken „Nelken“?

Ganz einfach: Ihre Form erinnert an kleine Nägel – sozusagen „Nägelchen“. Dieses Wort stammt vom mittelhochdeutschen „negelkîn“ oder mittelniederdeutsch „negelken“ – daraus entwickelte sich dann die heutige Bezeichnung „Nelke“. Im Schweizerdeutsch heißt die Gewürznelke heute noch „Nägeli“. Seit dem Mittelalter ist die Gewürznelke übrigens auch ein Symbol für die Passion Christi.

Verwendung von Nelken

Gewürznelken können in der Küche im Ganzen, aber auch in gemahlener Form verwendet werden. In Suppen kocht man sie unzerkleinert mit und entfernt sie am Ende der Garzeit wieder. Gemahlen stehen Gewürznelken beispielsweise bei Lebkuchen oder indischen Currys auf der Zutatenliste. Wegen ihres intensiven Aromas sollten sie sparsam dosiert werden.

Eine Zubereitungsform hat sich für Gewürznelken besonders bewährt, damit das Herausfischen einfacher geht: mit Nelken gespickte Zwiebel als Aromageber zum Beispiel in Rotkohl oder Sauerkraut mitkochen und vor dem Servieren wieder entfernen. Bei Punsch oder Glühwein passt eine Zwiebel natürlich nicht – hier können alternativ Orangen- oder Zitronenstücke gespickt werden.

Herkunft und Historie von Nelken

Die Gewürznelke stammt ursprünglich von den indonesischen Molukken-Inseln. Trotzdem war das Gewürz auch den Chinesen und Indern schon in vorchristlicher Zeit bekannt. Seit der Zeit der Kreuzzüge wurden die Gewürznelken auch in Europa populärer. Es waren die Portugiesen die die Gewürzinseln eroberten und dann die Holländer, die ein Monopol im Gewürznelkenhandel errichteten. Erst als dieses zum Ende des 18. Jahrhunderts brach, wurden Nelkenbäume auch in anderen Ländern kultiviert.

Mittlerweile werden Nelkenbäume weltweit angebaut – Hauptlieferanten für Gewürznelken sind aber die Inseln Sansibar-Archipels, das zu Tansania gehört, Madagaskar, Brasilien, Sansibar, Malaysia und die Komoren im Indischen Ozean.

 

So kommt das Aroma von Nelken besonders gut zur Geltung

  • Marinaden, Saucen, Fonds und Suppen gewinnen durch das Mitkochen von ganzen Gewürznelken.
  • Bei Wurst, Wild-, Schweine- und Sauerbraten, Eisbein sowie Fischgerichten stehen Gewürznelken gerne auf der Zutatenliste.
  • Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius sind ohne Gewürznelken undenkbar.
  • Ganze Gewürznelken verleihen Rotkohl, Sauerkraut und Irish Stew ein besonders würziges Aroma, wenn sie im Ganzen mitgekocht und vor dem Servieren wieder entfernt werden.
  • Auch Süßspeisen, Marmeladen und Kompotte gewinnen durch das Aroma der Nelken.
  • Traditionell gehören Gewürznelken in Glühwein, Punsch und Feuerzangenbowle.

Unser Tipp:
Ist die Nelke noch zu verwenden? Diese zwei Tests helfen!

Test 1: Drücke mit dem Fingernagel gegen den Stiel der Gewürznelke. Sondert sie sogleich etwas ätherisches Öl ab, ist sie noch geschmacksintensiv.

Test 2: Beim sogenannten „Schwimmtest“ wird wie folgt vorgegangen: Gib die Gewürznelken in ein Schälchen mit Wasser. Sinken sie herunter oder schwimmen mit dem Kopf nach oben senkrecht im Wasser, bedeutet dies, dass noch viel Öl enthalten und die Nelken aromatisch sind. Andernfalls schwimmen sie waagerecht auf der Wasseroberfläche.

Flavour-Pairing:

Gewürznelken harmonieren perfekt mit Anis, Cassia-Zimt, Basilikum, Koriander, Macis (Muskatblüte), Muskatnuss, Rosmarin, Salbei, Thymian und Zitronengras.

Food-Pairing:

Süß-sauer eingelegter Kürbis, selbst gemachtes Mangochutney oder Zwiebelrelish – all diese Delikatessen profitieren vom charaktervollen Aroma der Gewürznelke.