Muskat
Myristica fragrans Houtt

Muskat

Das Geheimnis der Muskatnuss offenbart sich erst, wenn man die kleine, unscheinbare Nuss reibt und ihr feines Pulver das außergewöhnliche Aroma freigibt: einzigartig warm und herrlich würzig.

  1. Aroma & Veredelung von Muskat
  2. Verwendung von Muskat
  3. Herkunft & Historie von Muskat

Aroma & Veredelung von Muskat

Der Duft der ganzen Muskatnuss gibt nur einen winzigen Vorgeschmack auf das, was einen erwartet, wenn sie frisch gerieben wird. Das Bouquet des Muskatpulvers ist fast balsamisch mit einem leichten Hauch von Zitrone. Die ätherischen Öle Eugenol und Geraniol sorgen für ein süßlich herbes Aroma, dessen Würze auf der Zunge eine feine, pfeffrige Bitternote hinterlässt.

Der Muskatbaum stammt ursprünglich von den „Gewürzinseln“, den indonesischen Molukken. Mittlerweile ist der Hauptproduzent die Antilleninsel Grenada, die 40 bis 60 Prozent der Welternte stellt. Im tropisch-feuchten Inselklima reifen die Früchte des Muskatbaumes besonders gut. Die pfirsichähnlichen Früchte bergen in ihrem Inneren einen harten Samenkern – die Muskatnuss, die botanisch gesehen also nicht zu den Nüssen, sondern den Samen gehört.

Nach der Ernte werden das Fruchtfleisch und der rote Samenmantel, der den Samen umschließt, entfernt. Der Samenmantel wird getrocknet und als Macis, auch fälschlicherweise als Muskatblüte bezeichnet, weiterverarbeitet. Der Samenkern wird meist im Ganzen verkauft. Es gibt aber auch fertig gemahlenes Muskatpulver. Je runder und größer die Nüsse sind, desto teurer werden sie gehandelt. Bei der Qualität sollte man vor allem auf eine unbeschädigte, möglichst glatte Schale achten.

Verwendung von Muskat

Eine Prise Muskat verleiht vielen Kartoffelgerichten ein herrliches Aroma. Es rundet zudem Gemüsegratins, Hackgerichte, Suppen und Eintöpfe ab. Unersetzlich ist das Gewürz beim Abschmecken von Béchamelsauce und klassischem Kartoffelpüree. Süße Gerichte wie Marmeladen, Kompotte, Milchreis, Kirsch- oder Apfelkuchen und Kakao lassen sich ebenso mit einer Prise Muskat verfeinern. Heiße Getränke, z.B. Glühwein und Punsch, bis hin zu Kaffee können mit einer winzigen Menge aromatisiert werden. Hier gilt ebenso wie bei herzhaften Speisen: Weniger ist mehr! Da das Gewürz schnell verfliegt, wird es am besten kurz vor Ende der Garzeit oder vor dem Servieren hinzugefügt. Mit einer feinen Muskatreibe oder einer Muskatnussmühle gelingt dies ganz einfach.

Herkunft & Historie von Muskat

Die Herkunft des Muskatnussbaumes ist nicht vollständig geklärt. Funde in altägyptischen Mumiengräbern legen nahe, dass die Gewürznuss bereits zur damaligen Zeit bekannt gewesen sein muss. Es ist jedoch nicht klar, zu welchem Zweck. Verlässliche Aufzeichnungen bestehen aus dem Jahr 1100, wo die Muskatnuss im Innsbrucker, bzw. Prüller Kräuterbuch auftaucht.

Mit der Erschließung der Seewege begann auch der Muskathandel im größeren Stil. Die ersten Europäer im Molukken-Archipel waren 1511 die Portugiesen, die von den Banda-Inseln aus ganz Europa mit Muskatnuss versorgten. Anfang des 17. Jahrhunderts zogen die Holländer nach und errichteten auf den Nachbarinseln ein Handelsmonopol. 1770 konnte schließlich der französische Statthalter der Île de France, Monsieur Pierre Poivre, einige Muskatnussgewächse aus Niederländisch-Indien herausschmuggeln. Damit begann er im heutigen Mauritius mit dem Plantagenanbau – das Monopol der holländischen, ostindischen Kompanie war damit gebrochen. 1863 wurde der Anbau dann endlich gänzlich freigegeben. Seitdem ist die Muskatnuss aus der Parfüm-, Seifen- und Salbenherstellung sowie der Wurstzubereitung und natürlich dem Kartoffelbrei nicht mehr wegzudenken.

Ein interessantes Detail: Gäbe es die Muskatnuss nicht, wäre New Yorks berühmtester Stadtteil heute vielleicht noch holländisch. Aber um ihr Muskatnuss-Monopol zu halten, überließen die Niederländer am 18. April 1667 den Briten im Tausch gegen die kleine Banda-Insel Run eine Insel im Hudson-River: Manhattan.

So kommt das Aroma der Muskatnuss am besten zur Geltung:
  • Um die Aromastoffe zu erhalten, sollte gemahlenen Muskatnüsse sorgfältig gelagert werden: vor Wärme, Feuchte und Licht geschützt, kühl und in einem gut verschließbaren Gefäß.
  • Weniger ist mehr! Muskatnuss vorsichtig dosieren, damit deren Aroma nicht die anderen Zutaten dominiert.
  • Muskatnuss setzt bei dem neutralen Geschmack von Kartoffeln und Milch würzige Akzente und ist daher ideal für Kartoffelpürees und -gratins.
  • Bei süßen Speisen und Backwaren mit Obst untermalt Muskatnuss perfekt fruchtige, säuerliche Noten.
  • Muskatnuss lässt sich hervorragend kombinieren mit: Gewürznelke, Anis, Dill, Koriander, Kümmel, Kardamom, Cubeben-Pfeffer, Lorbeer, Ingwer, Kurkuma, schwarzem Pfeffer und Zimt.

Die leichte Zitrusnote von Muskatnuss lässt sich durch die Kombination mit Zitrone oder Limette noch intensivieren.

Unser Tipp:

Wie wäre es mit der venezianischen Gewürzmischung „Poudre Noir“ aus dem 14. Jahrhundert mit schwarzem Pfeffer, Langem Pfeffer, Nelken und geriebener Muskatnuss, die Fleischgerichten ein einzigartiges Aroma verleiht?