Lorbeer
Laurus nobilis

Lorbeer

Er schmückte einst Caesars Kopf und adelte die Olympioniken: Laurus nobilis, der Edle, wie der Lorbeer im Lateinischen heißt, besitzt jedoch auch eine lange Tradition als Gewürzpflanze.

  1. Aroma & Veredelung von Lorbeer
  2. Verwendung von Lorbeer
  3. Herkunft & Historie von Lorbeer

Aroma & Veredelung von Lorbeer

Lorbeerblätter zeichnen sich durch ein herbes, würziges Bouquet mit einem Hauch von Muskat aus, dessen Aroma sich stärker entfaltet, je länger die Blätter mitgekocht oder eingelegt werden. Die getrockneten Lorbeerblätter enthalten Gerbstoffe und ätherische Öle, die für einen streng bitteren Geschmack sorgen. Daher wird dieses Gewürz in der Küche auch nur als Zugabe verwendet, die vor dem Servieren entfernt wird.

Der genügsame Lorbeerbaum gehört zu den immergrünen Pflanzen, eine Ernte der ledrigen, dunkelgrünen Blätter ist daher das ganze Jahr über möglich. Traditionell werden Lorbeerblätter an einem schattigen Platz getrocknet, da das Sonnenlicht die grüne Farbe ausbleichen würde. Der meiste Lorbeer stammt heutzutage aus der Mittelmeerregion, hier vor allem aus der Türkei, wo die Bäume auf großen Plantagen kultiviert werden. Seine Unempfindlichkeit gegenüber Frost lässt den Lorbeer sogar in Irland und Schottland gedeihen.

Verwendung von Lorbeer

Der berühmte Sonntagsbraten, zartes Hirschragout, frisch gebeizter Sauerbraten oder ein herrlich deftiger Eintopf – Lorbeer ist aus diesen Gerichten gar nicht wegzudenken. Die getrockneten Blätter gelten als perfekte Basiswürze für herzhafte Gerichte. Besonders gut unterstreicht das Gewürz von Natur aus saure Gerichte wie eingelegte grüne Tomaten, Gurken, Heringe, Mixed Pickles, Sauerkraut oder aber auch Fleischsülze. Als Zutat von Einmach-Gewürzmischungen ist Lorbeer ebenso unentbehrlich wie als Teil des berühmten Bouquet Garni. Seite an Seite mit Thymian und Petersilie wandert das Lorbeerblatt zum kleinen Kräuterstrauß gebunden in klare Bouillons und dicke Suppen.

Herkunft & Historie von Lorbeer

Wann genau der Lorbeer Einzug in die Küchen dieser Welt hielt, ist nicht genau überliefert. Aber die immergrüne Pflanze taucht bereits in der griechischen Mythologie auf. In einer ihrer Geschichten wird die Nymphe Daphne sogar in einen Lorbeerstrauch verwandelt, um so dem verliebten Apollon zu entkommen. Als Zeichen seines Kummers und seiner ewigen Verbundenheit trug er von da an einen Lorbeerkranz.

Der prominenteste Lorbeerträger stammt jedoch aus Rom: Gaius Iulius Caesar erhielt den Kranz als höchste Auszeichnung für die siegreiche Heimkehr nach einem Feldzug. Später wurden die Lorbeeren zu einer angesehenen Auszeichnung für gefeierte Sänger und Dichter.

Zu seinen geheimen Kräften gehörte angeblich die Fähigkeit, den Sehern das Verborgene zu zeigen. Etwas realistischer wirkt da schon der Trank, den die für ihre Naturheilkunde bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen in einem ihrer Bücher beschreibt: Aus Wein und Lorbeerfrüchtepulver stellte sie ein Sud her, der Linderung bei Magenbeschwerden bringen sollte.

Heute finden sich Lorbeerblätter auch außerhalb der Kräuterküchen in nahezu jedem heimischen Gewürzregal wieder, wo sie als aromatisches Basisgewürz für herzhafte Speisen aller Art geschätzt werden.

Der Götterstrauch, wie der Lorbeer in der griechischen Mythologie auch genannt wird, braucht etwas Zeit, um seine Würzkraft zu entwickeln. So wird ihm das beste Aroma entlockt:
  • Grüne, trockene und heile Blätter ohne Stiel sind ein Zeichen für besonders gute Qualität, bei zerbrochenen Lorbeerblättern geht schnell Aroma verloren.
  • Das Aroma der Lorbeerblätter entwickelt sich sehr langsam, daher sollte das Gewürz möglichst lange mitgegart werden.
  • Pro Gericht reichen oftmals bereits ein bis zwei Blätter aus, um ein würziges Aroma zu erreichen.

Bei Speisen, die nicht so lange garen dürfen, lässt sich das Aroma des Lorbeers schneller freisetzen, indem die Blätter geknickt werden, bevor sie im Gericht landen.

Unser Tipp:

Für ein Grillaroma der besonderen Art können Lorbeerblätter direkt auf die heiße Kohle gelegt werden.