Koriander
Coriandrum sativum L.

Koriander

Liebeskraut und beliebtes Würzpulver – Koriander hat viele Facetten. Von seiner köstlichen Seite zeigt er sich in aromatischen Currygerichten, als Brotgewürz oder als pikante Zutat bei Dips, Aufstrichen & Co.

  1. Aroma & Veredelung von Koriander
  2. Verwendung von Koriander
  3. Herkunft & Historie von Koriander

Aroma & Veredelung von Koriander

Beim Koriander lässt sich zwischen den frischen Kräutern und den kleinen runden Korianderfrüchten unterscheiden. Letztere sind getrocknete Körner, deren warm-würziges Bouquet mit seinen holzigen Noten, an Waldhonig, Fichtennadeln, Kampfer, Zimt und Pfeffer erinnert. Der Grund für das angenehme Aroma liegt im ätherischen Öl, welches in den Früchten enthalten ist.

Beim Koriandergrün hingegen überwiegt ein seifiger, frischer Geschmack, den nicht jeder mag. Angeblich ist die Vorliebe für frischen Koriander genetisch bedingt. Das Doldengewächs wird weltweit angebaut, Haupt-Exporteure sind Marokko, Argentinien und Polen. Die Früchte, die auch als Koriandersamen oder Koriandersaat im Handel erhältlich sind, werden nach der Ernte getrocknet und gemahlen.

Verwendung von Koriander

Auch bei der Verwendung unterscheiden sich die Korianderfrüchte vom frischen Kraut. Während das Korianderpulver aus den gemahlenen Früchten in der Weihnachtsbäckerei, als Brotgewürz oder für Fleisch- und Wildbraten, Eintöpfe, Saucen, Salate und eingelegtes Gemüse verwendet wird, gehört Koriandergrün eher zur Asia- und Orient-Küche. Gemahlener Koriander ist unter anderem ein fester Bestandteil vieler Curry-Mischungen und verträgt sich sehr gut mit Fleur de Sel, Gourmetsalzen, Knoblauch, Cumin, Kümmel, Oregano, Petersilie, Pfeffer, Rosmarin, Schnittlauch, Thymian und Zwiebeln.

Herkunft & Historie von Koriander

Der Koriander zählt zu den ältesten Küchenkräutern der Welt. Zu seinen größten Fans gehörten die alten Römer in der Antike. In über 70 Gerichten der Rezeptsammlung des altrömischen Feinschmeckers Apicius kommt das Gewürz vor. Dabei nutzten die Römer und Griechen das Kraut mit den aromatischen Früchten auch als Heilmittel, wie die Aufzeichnungen des Medizinpioniers Hippokrates beweisen. Magenbeschwerden sollte es ebenso heilen wie Kopfschmerzen. Im Mittelalter wurde eine andere Seite des Korianders in den Vordergrund gestellt: als aphrodisierendes Zaubermittel wurde er in sogenannte Liebesbeutel unter das Kopfkissen gesteckt – oder in Wein aufgelöst Frischvermählten zum Trinken gegeben. Wie erfolgreich diese Methode war, ist leider nicht überliefert. Gleiches gilt für den Versuch, sich mit Koriander vor Pest und Cholera zu schützen.

Als tatsächliches Würzmittel wurden die Früchte des Doldenblütlers erst später entdeckt. Heute gehören sie zu den beliebten Zutaten der Spirituosen-Industrie und werden bei der Herstellung von scharfen Schnäpsen und Kräuterlikören verwendet – und natürlich bei den zahlreichen würzigen Gerichten in unseren heimischen Küchen.

So kommt das würzige Aroma des Korianders am besten zur Geltung:
  • Gemahlenen Koriander sollte man kühl, trocken, luftdicht und lichtgeschützt lagern. So bewahrt er sein würziges Aroma bis zu 6 Monate.
  • Er eignet sich für die kalte Küche und für warme Gerichte.
  • Köstlich: Korianderbutter auf dunklem Brot, zu Pellkartoffeln oder Roter Bete, die im Ofen gegart wurde. Einfach Butter weichrühren und mit etwas Fleur de Sel und gemahlenem Koriander abschmecken.
  • Für pikanten Schmalzaufstrich: Feines Gänse- oder Schweineschmalz mit etwas gemahlenem Koriander würzen. Köstlich dazu: Fleur de Sel, Gourmetsalze, Schnittlauch, Radieschen.
  • Eine Prise gemahlener Koriander verleiht Frikadellen, Hackbraten und Geflügelfüllungen eine raffinierte Note. Sehr schmackhaft auch im Wurstsalat!
Unser Tipp: Koriander-Tee kann aus frischem Blattgrün oder den ganzen Koriander-Samen hergestellt werden. Dafür einfach die frischen Blätter oder einen halben Teelöffel der Saatkörner in einer Tasse mit heißem Wasser aufgießen und 15 Minuten ziehen.