Anis
Pimpinella anisum

Anis

Anis zählt zu den ältesten Gewürzpflanzen der Welt. In Griechenland war er bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. bekannt und im alten Rom Zutat beliebter Knabbereien auf den Zuschauerrängen der Gladiatorenkämpfe. Auch in der heutigen europäischen Küche verfeinert sein spezielles Aroma Brot und Gebäck, aber auch helles Fleisch und Fisch.

  1. Aroma & Veredelung von Anis
  2. Verwendung von Anis
  3. Herkunft & Historie von Anis

Aroma & Veredelung von Anis

Das charakteristisch süßliche Aroma von Anis erinnert stark an Lakritz. Verantwortlich dafür ist der sehr hohe Anteil des ätherischen Öls Anthenol. Auch Fenchel und Sternanis enthalten dieses Öl, sodass sich die Aromen der drei stark ähneln.

Schon gewusst? Sternanis ist trotz des ähnlichen Namens botanisch nicht mit Anis verwandt.

Die graubraunen Samen bilden sich aus den kleinen, weißen Blüten der Anispflanze. Diese wird bis zu einem halben Meter hoch und hat doldenförmige Blütenstände und Blätter. Sie bevorzugt sonnige Standorte und wird daher hauptsächlich im Mittelmeerraum gepflanzt. Weitere Anbaugebiete gibt es in Indien, Russland sowie Mittel- und Südamerika. Wenn die Samen im August bis September gereift sind, werden die Pflanzen geschnitten und gedroschen.

Verwendung von Anis

Anis kann in ganzer und gemahlener Form verwendet werden. Am intensivsten entwickelt sich das Bouquet, wenn die getrockneten Samen kurz vor dem Gebrauch im Mörser zerstoßen werden. Anis hat eine starke Würzkraft und verleiht schon in geringer Dosierung Gebäck, Brot und Kuchen einen feinen, festlichen Geschmack. Aber auch Obstsalate, Fruchtmus und -kompott, Milch- und Grießspeisen gewinnen durch das Aroma von Anis.

Herzhafte Gerichte freuen sich über die besondere süßlich-würzige Anisnote, wenn beispielweise einige Samenkörner in Eintöpfen mitgekocht oder Fisch und Geflügel vor der Zubereitung in Pfanne oder Ofen mit etwas Anispulver eingerieben werden.

Nicht zuletzt sorgt Anis in Hochprozentigem wie Pastis, Pernod oder Ouzo für den typischen Lakritzgeschmack.

Genießertipp: Wenn im Spätsommer frisches Anis auf den Märkten auftaucht, lohnt sich das Zugreifen – denn die jungen Blätter eignen sich ganz hervorragend für Salat.

Herkunft & Historie von Anis

Anis wird seit Tausenden von Jahren in der Küche verwendet. Bei Ausgrabungen auf der griechischen Kykladeninsel Santorin wurden Anisreste gefunden, die auf das 16. Jahrhundert v. Chr. datiert werden konnten. Die alten Kreter würzten ihre Weine unter anderem mit Anis, Wacholder und Koriander.

Im alten Rom hielten die würzigen Samen schließlich ihren triumphalen Einzug in die feinen Backstuben. So berichtete Vergil in seinen Texten von Aniskeksen, die bei hohen Festlichkeiten gereicht wurden. Diese waren scheinbar auch sonst eine beliebte Knabberei, sozusagen das Popcorn der Antike: Bei Ausgrabungen im römischen Kolosseum entdeckten Archäologen Überreste von Anisgebäck, das wohl den Zuschauern der Gladiatorenkämpfe unter die Sitze gerutscht war.