Gewürzmischung „Zhug“ selber machen

Wer für pikante Schärfe im Gericht sorgen möchte, sollte zur Gewürzmischung „Zhug“ greifen. Insbesondere Fleisch und Eintopfgerichte bekommen durch die Zugabe der jemenitischen Kreation eine besondere, orientalische Note. Gourmets, die frische Gewürze und eigenes Handwerk schätzen, können Zhug mit unserer Anleitung leicht selber zubereiten.

  1. Was ist Zhug?
  2. Wofür wird Zhug verwendet?
  3. Gewürzmischung Zhug selber zubereiten

Was ist Zhug?

Ursprünglich stammt Zhug aus dem Jemen, wo es als Gewürzmischung (aber auch als Paste oder Sauce) für orientalische Noten in landestypischen Gerichten sorgt. Durch jemenitische Juden gelangte Zhug nach Israel – dort wurde es schnell als beliebte Würzzutat bekannt.

Naturgemäß unterscheidet sich die Mischung über die Zeit und Ländergrenzen hinweg leicht in ihrer Zusammensetzung – doch alle Zhug-Varianten haben eines gemeinsam: Durch die verarbeiteten Chilis (grün oder rot) verleihen sie Gerichten immer eine pikante Schärfe. Auch Knoblauch und Koriander gehören traditionell in die Gewürzmischung.

Zhug, S-chug, Sahawiq: Eine Mischung, viele Namen

Im Wesentlichen meinen die verschiedenen Namen die gleiche Gewürzmischung. Die Unterschiede sind hauptsächlich sprachlichen Ursprungs: Im Hebräischen heißt die Würze „S-chug“ und auf Arabisch „Sahawiq“.

Wofür wird Zhug verwendet?

Traditionell würzt Zhug Fleisch, Suppen und Eintöpfe. Insbesondere in orientalischen Ländern wird es mit Öl oder Tomaten als Paste zum Dippen oder Sauce weiterverarbeitet. Aber auch darüber hinaus zeigt sich die Gewürzmischung äußerst vielseitig: Sie eignet sich ideal als Tischwürze für Fleisch oder Gemüse vom Grill sowie in Pastenform auch als Brotaufstrich. Ein Tipp: Mit Olivenöl vermischt, verwandelt sich Zhug in eine leckere und scharfe Salatsauce.

Gewürzmischung Zhug selber zubereiten

Zhug eignet sich wunderbar zum Würzen eigener Gerichte – und in hübsche Gläser abgefüllt auch als Mitbringsel für Gastgeber. Eine schmackhafte Variante der Gewürzmischung ergibt sich aus den folgenden Zutaten:

  • sechs mittelscharfe Chilischoten (beispielsweise Jalapeños)
  • vier Knoblauchzehen
  • ein Bund frisches Koriandergrün
  • ein Teelöffel Korianderfrüchte
  • sechs Kardamomkapseln

Für die Herstellung von Zhugpaste zusätzlich:

  • ein Teelöffel Zitronensaft
  • Olivenöl

Und so geht’s: Zuerst die Chilischoten entkernen und die Knoblauchzehen schälen. Dann Chilischoten, Knoblauchzehen und Korianderblätter möglichst fein hacken. Für optimales Aroma nun die Korianderfrüchte und die Kardamomkapseln zuerst in einer heißen Pfanne anrösten und anschließend in einem Mörser zerstoßen. Die gehackten und gerösteten Zutaten mischen.

Wer mag, kann diese Mischung mit Zitronensaft sowie etwas Olivenöl oder alternativ auch mit Tomatenpüree zu einer glatten Paste verarbeiten und damit Gerichte würzen. Luftdicht verpackt, ist eine solche Paste im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar.

Dr. Manuela Mahn

Das vorgestellte Rezept entwickelte die Gewürzexpertin Frau Dr. Manuela Mahn für ihr Buch „Gewürze. Das Standardwerk.“. Die Wirtschaftshistorikerin entdeckte im Zuge der Doktorarbeit ihr Interesse für Gewürzpflanzen. Dieser Leidenschaft geht sie mittlerweile seit Jahrzehnten nach: Sie forscht im Bereich Gewürze, lehrt an der DHBW Heilbronn, bildet Gewürz-Sommeliers aus, schult Profis, berät Industrie und Medien und gibt Workshops für Gourmets.